Molekulare Tumordiagnostik – Präzisionsmedizin

Eine wesentliche Erkenntnis der letzten zwei Jahrzehnte war, dass molekularbiologische und genetische Eigenschaften von Tumoren deren individuelles Verhalten bestimmen können.
Um zu dieser Gewissheit zu gelangen, waren wissenschaftlich-technische Weiterentwicklungen von Methoden zur Analyse des menschlichen Erbgutes ausschlaggebend. Diese Methoden mit hoher Nachweissensitivität an einem umfangreichen Spektrum an spezifischen Genen haben mittlerweile Eingang in die entsprechenden molekularpathologischen Labore von Instituten gefunden.
Folgerichtig kommt der molekularen Tumordiagnostik eine zunehmende Relevanz im Prozess der individuellen Therapie-Entscheidungen zu.
Erste Erfahrungen anderer Krebszentren zeigten, dass ein großer Teil von Patientinnen und Patienten potentiell therapierelevante Veränderungen im Tumor aufwiesen. Durch die Berücksichtigung molekularer Tumorbefunde, war das Ansprechen der angewandten Therapien mit einer deutlichen  Verbesserung des progressionsfreien und des Gesamtüberlebens verbunden.

Seit Anfang März 2021 kooperiert das Darmzentrum Diako Halle mit dem Institut für Pathologie der Ruhr-Universität Bochum. Mit dieser Anbindung wird es zukünftig möglich sein, eine onkologisch-molekulare Diagnostik mit entsprechender Charakterisierung am entnommenen Tumorgewebe vornehmen zu lassen. Ziel wird sein, im Kontext mit den erstellten molekulardiagnostischen Tumorbefunden, therapeutische Entscheidungen individualisiert und präzise innerhalb unserer interdisziplinären Tumorkonferenz treffen zu können.

Kommende Weiterbildungsveranstaltungen des Darmzentrums DIAKO